Die Orgel der Wies


Im Westen der Wieskirche über dem Eingangs-Portal und unter dem Tor zur Ewigkeit findet sich – gleichsam als Verbindung zwischen Himmel und Erde die Orgel der Wieskirche.  Es gäbe keinen passenderen Platz, führt  doch diese Königin der Instrumente  in das Leben hinein, begleitet in Freude und Leid, mit Lob und Dank, aber auch in Bitten und Flehen, in Meditation und im Jubel – und weist letztlich auch über dieses Leben hinaus weiter auf die himmlische Liturgie.

 

 

 

 

 

 

 

Geschichte
In den Jahren 2009 und 2010 wurde die Orgel der Wieskirche umfassend renoviert und in wesentlichen Teilen ergänzt, nachdem die 1958 erbaute Schmid-Orgel technisch unzuverlässig geworden war. Das erste Orgelwerk wurde von Johann Georg Hörterich aus Dirlewang im Jahre 1757 als zweimanualige Schleifladenorgel gebaut. Durch die Jahrhunderte hindurch erfuhr die Orgel vielfache Veränderungen und Erneuerungen (z. B. 1928 durch die Fa. Siemann, 1959 durch die Fa. Gerhard Schmid). Die neue Wies-Orgel wurde konzipiert und errichtet durch die Fa.  Claudius Winterhalter aus Oberharmersbach.

Dabei ist es gelungen, den überlieferten Denkmalbestand der barocken Hörterich-Orgel  systematisch und konsequent zu erhalten und durch das technisch neu entstandene Orgelwerk gleichsam zu ergänzen. So sind von den 2892 Pfeifen in 42 Registern noch  475 aus dem ursprünglichen Bestand der Hörterich-Orgel von 1757. Damit reicht „das neu entstandene Instrument an die ursprüngliche Klangwelt der Wieskirche (heran) und lässt jene Harmonie zwischen Kirchenraum und Orgelklang wieder neu eindrucksvoll erleben“, so Dr. Nikolaus Könner vom Landesamt für Denkmalpflege.

Disposition

I/Hauptwerk C – g´´´
Bourdon 16‘, Principal 8‘, Holzflöte 8‘, Gedackt 8‘, Gamba 8’, Octave 4‘, Flöte 4‘, Fugara 4’, Quinte 3’, Superoctave 2’, Mixtur V-VI 2’, Hörnle III 2 2/3’, Trompete 8’

II/Positiv C-g´´´ in der Brüstung
Coppel Major 8’, Quintatön 8’, Principal 4’, Coppel minor 4’, Octave 2’, Quinte 1 ½’, Cimbel IV 1’, Vox humana 8’

III/Echo C-g´´´ im Schwellkasten
Principal 8’, Rohrflöte 8’, Salicional 8’, Bifara 8’, Octave 4’, Spitzflöte 4’, Nazard 2 2/3’, Flageolet 2’, Terz 1 3/5’, Mixtur IV-V 1 1/3’, Trompette 8’, Oboe 8’, Clairon 4’

Pedalwerk C – f’
Principal 16’, Subbass 16’, Octavbass 8’, Violonbass 8’, Quintbass 6’, Mixturbass V 4’, Posaune 16’, Trompete 8’

Tremulant Echo, Tremulant Positiv, Glockenspiel, Zimbelstern auf F
Koppeln: II – I, III – I, III – II, I – Ped, II – Ped, III – Ped
Trakturen: mechanische Tontraktur, kombinierte Registertraktur, elektr. Setzeranlage