Rückschau Schutzengelfest - Kirchweihfest 2018

Liturgischer Dienst am Schutzengelfest

„Danken wir Gott für so wunderschöne Sakralbauten wie diese herrliche Wieskirche.“ Abt Raimund Schreier vom Kloster Wilten bei Innsbruck schwärmte beim Gottesdienst in der Wieskirche geradezu von dem Rokokojuwel. „Diese heiligen Orte sind Orte der Energie und Kraftquelle für Leib und Seele.“ Sie sind vor allem Orte des gemeinsamen Feierns, Lobens und Dankens sowie der Verkündigung. Gleichsam sind sie die ganze Woche über die Orte des stillen Gebetes.

Ungebrochen stark über Jahrhunderte ist der Andrang zu den Festen im Jahreskreis. So mussten auch beim Schutzengelfest trotz Zusatzbestuhlung viele mit einem Stehplatz vorlieb nehmen. Unter den zahlreichen Gläubigen konnte Monsignore Gottfried Fellner unter anderem seine Dillinger begrüßen, die sich trotz Regen fünf Tage zu Fuß auf den Weg gemacht hatten. Sie wurden einmal mehr innerlich gestärkt.

Getreu der Empfehlung des früheren Wallfahrtsseelsorgers Alphons Satzger war es zudem für viele ein Erlebnis, zumindest die Teilstrecke von der Landvolkshochschule herüber zu gehen. „Den Prämonstratensern verdanken wir unsere schöne Wies und so ist es immer wieder erfreulich, wenn sie zu unseren Festen kommen.“

In treuer Verbundenheit konnte der Kustos der Wies, Monsignore Gottfried Fellner Abt Raimund Schreier begrüßen, dem er diesmal einen in Bronze gegossenen Gegeißelten Heiland als Zeichen der Verbundenheit mitgeben konnte.

Mit am Altar stand auch Pater Petrus Adrian, der in Steingaden die Tradition des Ordens fortführt. Die Bruderschaft zum Gegeißelten Heiland hofft zuversichtlich, dass sie einst auch in die Wies zurückkehren.

Ihre Freude zur Musik lebt ohnehin fort in den Chören des Pfaffenwinkels. Diesmal gestaltete der Kirchenchor von Rottenbuch zusammen mit Streicherinnen und Strei­chern des Stadtorchesters Schongau unter Leitung von Kristina Kuzminskaite mit der Missa brevis in G-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart den feierlichen Gottesdienst. Außerdem hatte Kirstin Mayr das Gotteshaus für die Feier mit Sonnenblumen und Gladiolen festlich geschmückt. Die Bedeutung sakraler Orte stellte Abt Raimund Schreier in den Mittelpunkt seiner Predigt: „Hier spüre ich die Gegenwart Gottes, der mir Kraft gibt für mein Leben“. Ganz besonders komme dies beim gemeinschaftlichen Beten, Loben, Danken und Feiern der Heilstaten Gottes zum Ausdruck. „Hier werden wir gestärkt durch die eucharistischen Gaben von Brot und Wein“, so der Seelenhirte. „Hier tragen wir gemeinsam unsere Anliegen vor Gott, bekommen die Kraft zur Vergebung und zum Friedenstiften.“

Das göttliche Wort, das in die Tiefe unserer Herzen falle, gebe uns Orientierung und Licht für unseren Lebensweg. „Gerade in der Wies spüren wir jene Sehnsucht, die unseren Blick weit über den Horizont der Wirklichkeit hinaus richtet auf jenen letzten heiligen Ort, den wir Himmel nennen,“ so der Abt wörtlich.

Auch außerhalb der Gottesdienstzeiten können wir eine Kirche aufsuchen, um dort zu beten: „Bei Gott haben wir immer Audienz. Die Kirche ist wie ein Brunnen im Dorf, an dem alle ihren Durst stillen.“

GERHARD HEISS

Zurück