Mariensingen rührt Wies-Besucher

Mariensingen in der Wieskirche
Maialtar in der Wieskirche

Selbst die zusätzlich herangeschafften Stühle reichten nicht aus, um den zahllosen Besuchern eine Sitzmöglichkeit zu verschaffen, die sich zum „Alpenländischen Mariensingen“ anlässlich der 100. Wiederkehr der Erscheinung der Gottesmutter Maria in Fatima in der Kirche eingefunden hatten.

In stiller Andacht lausch­ten sie zum Auftakt der Fuge, die die Rottenbucher Weisen­bläser mit ihren Blechblasin­strumenten erklingen ließen, sowie dem Familiengesang Oberholler aus Südtirol, die Stücke wie „Maria Königin, wir ziehn zu dir hin“ oder den „Marianischen Allelujaruf“ mit Zupfinstrumenten und Gesang intonierten.

Zwischendurch beschrieb Monsignore Fellner das Son­nenwunder von 1917, das rund 30 000 Menschen in der Nähe von Fatima in Portugal bezeugten. Sie hatten sich versammelt, um den letzten Besuch Marias mitzuerleben, den die Hirtenkinder ange­kündigt hatten. Jacinta und Francisco Marto sowie Lucia dos Santos wurden kürzlich von Papst Franziskus Heilig gesprochen.

Mit Querflöte, Geige und Harfe hüllte auch die Pfrontner Stubenmusik das Gottes­haus in zarte, andächtige Klänge ein. Die Echtler Sän­gerinnen ließen mit viel Fein­gefühl Lieder wie „Königin von Herrlichkeit“ oder „Sie tragt a harbes Gwandl“ er­klingen. Besinnliches brach­ten auch die Gebrüder Böck mit Sonja Rist zu Gehör wie „O Maria lass dich nennen“. Manchen Zuhörer rührte die Musik in der prächtigen Kir­che so tief an, dass sich einige verstohlen eine Träne aus dem Auge wischten.

Die Botschaft der Gottes­mutter in Fatima war einfach: „Betet den Rosenkranz“ - das sei für die Hirtenkinder ein­fach zu verstehen gewesen, sagte Fellner: Denn diesen hätten die Kinder gekannt und immer dabei gehabt - zu­hause, in der Kirche und beim Schafehüten. Auch in der Wieskirche würden zahlrei­che Rosenkränze zur Marien­statue gebracht. „Aber was nutzt der schönste und kost­barste Rosenkranz, wenn er nicht gebetet wird.“ Auch das Mariensingen habe nur einen Sinn, wenn „wir die Lieder im Inneren weiterklingen las­sen“.

Mit viel Applaus und reich­lich gefüllten Spendenkörben endete nach einer Stunde das Alpenländische Mariensin­gen, zu dem der Eintritt frei war.

MYRJAM C. TRUNK, Schongauer Nachrichten

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