Bruderschaftsfest 2017 Rückblick

Die Diakone Klaus Lermer und Armin Eder beim feierlichen Einzug in die Kirche
Die Diakone Klaus Lermer und Armin Eder beim feierlichen Einzug in die Kirche

Freitag, 6. Oktober

19.00 Uhr   Gospel-Jugendgottesdienst
                   musikal. Gestaltung: Chor Cantamus aus Murnau
                   Leitung: Anneliese Baur
 
Samstag, 7. Oktober

17.00 Uhr   Vesper mit Aufnahme neuer Mitglieder in die Bruderschaft

 Sonntag, 8. Oktober 

   8.30 Uhr  keine Hl. Messe

10.00 Uhr   Pontifikalamt
                  Festgottesdienst mit Hwst. Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger, Augsburg Messe in A-Dur opus 126b für Chor und Orgel
                  von Joseph Gabriel Rheinberger
                  musik. Gestaltung: Basilika-Chor aus Dillingen Leitung: Basilika-Organist Axel Flierl

14.30 Uhr    Generalversammlung der Bruderschaft zum Gegeißelten Heiland auf der Wies im Pilgersaal

anschl.        Feierliche Vesper mit Anberührung (ca. 16 Uhr)

 

 

 

Weihbischof Anton Losinger bei seiner Predigt, im Hintergrund das Gnadenbild des Gegeißelten Heilands
Weihbischof Anton Losinger bei seiner Predigt, im Hintergrund das Gnadenbild des Gegeißelten Heilands

aus: Schongauer Nachrichten vom 10.10.2017
Autor und Bilder: Gerhard Heiß

 

Bruderschaftsfest 2017

Wieskirche - "Wir können dankbar sein für das Gnadenbild des Gegeißelten Heilands, dem wir in die tröstenden Augen schauen dürfen." Weihbischof Anton Losinger aus Augsburg stellte beim Bruderschaftsfest die geistige Dimension der Wies als Ort der Ruhe und der Kraft deutlich heraus. Zusammen mit Monsignore Gottfried Fellner, mit dem er seit seinen Studientagen in Dillingen freundschaftlich verbunden ist, zeigte sich Losinger erfreut darüber, dass die Wieskirche nicht nur ein Kunstobjekt ist. Im Bewusstsein der Gläubigen bleibt die Wallfahrtskirche als Ort der Heilung und Barmherzigkeit lebendig.
Für die zahlreichen Mitfeiernden, die in unerschütterlicher Treue selbst weite Anreisen nicht scheuten, war das höchste Wiesfest einmal mehr eine Stärkung für die Seele. Auch wenn am Sonntag die Sakramentsprozession im Freien erstmals wegen dem schlechten Wetter ausfallen musste. Für die feierliche musikalische Umrahmung des Pontifikalamts und der Aussetzung des Allerheiligsten sorgten diesmal der Basilika-Chor von Dillingen unter Leitung von Axel Flierl und Julia Schmid an der Orgel sowie die Blaskapelle Steingaden unter Leitung von Georg Müller.
Die A-Dur-Messe opus 126b für Chor und Orchester von Joseph Gabriel Rheinberger ließ den kalten Regen im Freien schnell vergessen. Neben Weihbischof Anton Losinger und Wiespfarrer Monsignore Gottfried Fellner standen die Diakone Armin Eder und Klaus Lermer aus Bad Kohlgrub/Altenau am Altar der wieder mit Blumen reich geschmückten Kirche. Eine Zeit ohne Altar, ohne einen religiösen Mittelpunkt, ohne die Erfahrung der Nähe Gottes wäre für das auserwählte Volk Israel die denkbar größte Katastrophe. Für sie war das Realität zur Zeit des babylonischen Exils. "Wir können uns glücklich schätzen, dass unsere Wies bei der Säkularisation die Gefahr des Abrisses überstand und wir einen Ort der Gottbegegnung haben", dachte Weihbischof Anton Losinger in seiner Predigt laut über die geistige Dimension, das geistige Dach nach. Die Gefahren seien heute nicht geringer als damals. "In der Biografie vieler junger Menschen ist der Religionsunterricht oft die erste, in vielen Fällen die einzige, und nicht selten die letzte Begegnungsfläche mit Gott und Glaube," so der Seelenhirte. Bei der oft anzutreffenden religiösen Sprachlosigkeit  intelligenter junger Menschen eröffne der Blick auf den geistigen Glanz gerade der Wies Perspektiven. Die Menschen spüren, dass der mit leidende gegeißelte Heiland ihnen nahe sein will. So ließen bei der abschließenden Vesper wieder viele ihre geschnitzten Kopien des Geiselheilands am Gnadenbild anberühren.
Schon am Vorabend konnten sechs neue Mitglieder in die Gebetsgemeinschaft aufgenommen werden. Deren Präses Gottfried Fellner erinnerte daran, "dass Jesus Christus für uns gelitten und gestorben ist, damit wir begreifen, dass nur durch Barmherzigkeit und Liebe das Leben gelingt". Die offenen Hände des Gegeißelten und das offene Herz des Auferstandenen auf dem Regenbogen im Deckengemälde des Schiffes sind die Schlüssel, um das noch verschlossene Tor zur Ewigkeit zu öffnen. Weihbischof Anton Losinger gab allen das Gebet an Gott von Antoine de Saint Exupéry mit auf den Weg: "Bewahre mich vor der Angst, ich könnte das Leben versäumen. Gib mir nicht, was ich wünsche, sondern was ich brauche!"

 

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