Bruderschaftsfest 2019 Rückblick

aus: Schongauer Nachrichten vom 16. Oktober 2019

Die Wies als „Fingerabdruck des Himmels“

„Wir brauchen uns nicht fürchten vor der Zukunft. Wenn wir mit Christus gehen, können wir nicht verlieren." Abt Filip Lobkowicz vom Kloster Tepl in der Nähe von Marienbad in der Tschechischen Republik, zeigte sich beim Bruderschaftsfest in der Wies hoch erfreut, mit den zahlreichen Gläubigen den Gegeißelten Heiland begleiten zu dürfen.

Neben dem Hauptzelebranten stand heuer mit Raimund Schreier ein weiterer Abt am Altar. Sein überraschendes Kommen hatte einen besonderen Grund: Abt und Konvent des Prämonstratenser-Chorherrenstiftes Wilten in Innsbruck verliehen Monsignore Gottfried Fellner aufgrund seines außerordentlichen Engagements für die Wieskirche die Würde eines Ehren-Prämonstratensers.

Die einst vom Orden des Heiligen Norbert erbaute Wallfahrtskirche und Steingaden haben für die Prämonstratenser bis zum heutigen Tage eine hohe Bedeutung. So steht bei der festlichen Wiedereröffnung des Welfenmünsters am kommenden Sonntag ein Jahrhundertereignis bevor: Dann wird bei der feierlichen Altarweihe eine Reliquie des Heiligen Norbert in den neuen Volksaltar eingelegt.

Ein Erlebnis für alle Gottesdienstbesucher war einmal mehr das Hauptfest der Bruderschaft zum Gegeißelten Heiland. Strahlender Sonnenschein ließ schon bei der Anfahrt durch die herbstlich gefärbte Landschaft die Wies als „Fingerabdruck des Himmels“ erscheinen, wie einst Rainer Kunze das Gotteshaus in einem Gedicht eindrucksvoll beschrieben hat. Mit der „Missa Solemnis KV 337“ von Wolfgang Amadeus Mozart sorgte die Würzburger Kantorei unter der Leitung von Anke Willwohl für eine feierliche musikalische Gestaltung des Pontifikalamts.

Für die 40 Chorsänger, vier Solisten sowie die 15 Musiker des Kammerorchesters war dies eine große Ehre. Unter ihnen auch Geigenspieler Stephan Specht, einst selbst Ministrant bei Gottfried Fellner.

Gottes Liebe zu den Menschen stellte Abt Filip Lobkowicz in den Mittelpunkt seiner Predigt. „Wenn wir den Gegeißelten Heiland feiern, wissen wir, dass er an Ostern über das Böse gesiegt hat. Menschen, die ihm begegneten, haben seine Liebe gespürt, und so besteht unsere Hoffnung und Freude in der Nachfolge Jesu.“ Die Bruderschaft sei eine Gelegenheit, heute Zeugnis davon in dieser Welt zu geben. Abt Lobkowicz erinnerte an Johannes Paul II. - selbst Mitglied der Bruderschaft - der deutlich forderte: „Europa braucht eine Seele“.

„Fürchtet Euch nicht, wir brauchen keine Angst zu haben“, bestärkte der Abt alle Gottesdienstbesucher. Im Anschluss an die Eucharistiefeier machten sich die Gläubigen mit dem Herrn in der Monstranz auf den Weg zur Sakramentsprozession. Angeführt vom Trachtenverein „Oberlandler Wies“ und der Musikkapelle Steingaden. Diese spielte unter Dirigentin Melanie Möst nach dem „Te Deum“ und dem Sakramentalen Segen zu Ehren der Äbte und ihrer geistlichen Mitbrüder noch „Erde singe und die Bayemhymne.

Im Rahmen der feierlichen Vesper am Nachmittag wurden wieder zahlreiche Kopien des gegeißelten Heilands am Gnadenbild anberührt.

Gerhard Heiß

 

Sakramentsprozession

Übergabe der Ernennungsurkunde an Wiespfarrer Msgr. Gottfried Fellner

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